Hautschutzcreme oder Pflegecreme?

Wann Sie welche Creme brauchen und wie oft.

Medical

21.08.2026

Kurz gesagt: Die Hautschutzcreme wird vor und während der Arbeit aufgetragen, die Pflegecreme nach der Arbeit und in den Pausen. Die eine schützt die Haut vor Belastungen, die andere unterstützt ihre Regeneration. Beide gehören zusammen, denn nur Schutz oder nur Pflege allein reicht nicht.

Hautprobleme an den Händen gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland. Betroffen sind vor allem Menschen, die viel mit Wasser, Reinigungschemie oder Handschuhen arbeiten, zum Beispiel in der Gebäudedienstleistung, Pflege, Küche und Industrie. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, die richtige Anwendung und wie oft die Cremes aufgetragen werden sollten.

Was ist eine Hautschutzcreme?

Die Hautschutzcreme ist kein Kosmetikprodukt, sondern ein Arbeitsschutzmittel. Sie bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Haut und unterstützt ihre natürliche Barriere. So werden Schmutz und belastende Stoffe abgehalten, die Haut bleibt widerstandsfähiger und lässt sich anschließend schonender reinigen.

Die richtige Hautschutzcreme hängt von der jeweiligen Belastung ab. Für Arbeiten mit Wasser oder Reinigungslösungen eignen sich wasserabweisende Produkte, für den Umgang mit Ölen und Fetten eher fettarme, wasserlösliche Cremes. Wer im Freien arbeitet, sollte zusätzlich auf UV-Schutz achten. Eine Creme für alle Anforderungen gibt es nicht. Deshalb legt der betriebliche Hautschutzplan fest, welches Produkt verwendet werden soll.

Was ist eine Pflegecreme?

Die Pflegecreme, oft auch Hautpflegecreme oder rückfettende Creme genannt, unterstützt die Haut dabei, sich nach der Belastung zu erholen. Sie versorgt die Haut mit Fetten und Feuchtigkeit und stärkt ihre natürliche Schutzbarriere. Am besten wirkt sie in den Erholungsphasen, also nach Schichtende, in Arbeitspausen und über Nacht.

Pflegecremes sind meist reichhaltiger und ziehen langsamer ein. Deshalb werden sie erst nach der Arbeit oder in den Pausen verwendet. Während der Arbeit können sie unter Handschuhen stören und ersetzen keinen Hautschutz.

Wann nehme ich welche Creme? Der Tagesablauf

Der Ablauf folgt drei Schritten, die in der TRGS 401 als Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege beschrieben sind.

Vor der Arbeit tragen Beschäftigte die Hautschutzcreme auf die saubere und trockene Haut auf. Auch nach jeder Pause und nach jedem Händewaschen kommt sie erneut auf die Haut, denn Waschen entfernt den Schutzfilm.

Während der Arbeit steht die schonende Hautreinigung im Mittelpunkt. Milde Reiniger, lauwarmes Wasser und Reibekörper nur bei starker Verschmutzung. Heißes Wasser und aggressive Handwaschpasten belasten die Haut zusätzlich.

Nach der Arbeit folgt die Pflegecreme. Erst waschen, dann gründlich abtrocknen und anschließend eincremen. In längeren Pausen und am Wochenende gilt dasselbe.

Darf Hautschutzcreme unter den Handschuh?

Hier lohnt der genaue Blick. Fetthaltige Cremes unter flüssigkeitsdichten Handschuhen sind nicht zu empfehlen, weil sie das Handschuhmaterial angreifen und die Schutzwirkung verringern können. Latex quillt auf und Nitril kann vorgeschädigt werden. Sinnvoller ist die Entscheidung für eine der beiden Maßnahmen: Je nach Tätigkeit entweder Handschuhe oder Hautschutzcreme.

Wenn ein wasserbasiertes, fettarmes Produkt zum Einsatz kommt, muss es vor dem Anziehen des Handschuhs vollständig eingezogen sein. Und nach dem Ausziehen gilt immer: Hände waschen, trocknen, pflegen.

Wer ist im Betrieb verantwortlich?

Die Verantwortung liegt beim Arbeitgeber. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung eine Hautgefährdung, muss der Betrieb geeignete Mittel bereitstellen und einen Hautschutzplan erstellen. Der Plan sollte dort aushängen, wo er benötigt wird: Direkt an den Handwaschplätzen.

Ein zentraler Begriff dabei ist die Feuchtarbeit. Dazu zählt regelmäßiger Hautkontakt mit Wasser, häufiges Händewaschen und das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe. Bei regelmäßiger Feuchtarbeit von mehr als zwei Stunden täglich muss der Betrieb arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Ab vier Stunden wird sie zur Pflicht. Die Beschäftigten werden mindestens einmal jährlich unterwiesen.

Welche Produkte passen zu welcher Branche?

In der Gebäudedienstleistung steht der Kontakt mit Reinigungschemie im Vordergrund, dort zählen wasserabweisende Schutzprodukte und milde Reiniger. In Pflegeeinrichtungen dominieren Händedesinfektion und häufiges Waschen, hier braucht die Haut vor allem konsequente Rückfettung. In Küche und Lebensmittelbereich kommt Feuchtarbeit mit Temperaturwechseln zusammen. In der Industrie geht es um Öle, Fette und starke Verschmutzung, also um fettarme Schutzprodukte und passende Reibekörper.

Bei KLEIN führen wir Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege als abgestimmtes Sortiment, unter anderem mit SENSILIND BODYCARE für schutzbedürftige und beanspruchte Haut. Unsere Fachberatung stellt daraus den passenden Hautschutzplan für Ihre Arbeitsplätze zusammen, auf Wunsch ergänzt um eine Schulung im FORUM KLEIN. Sprechen Sie uns an, wir schauen uns Ihre Tätigkeiten gemeinsam an.

 

Häufige Fragen zu Hautschutzcreme und Pflegecreme

Was ist der Unterschied zwischen Hautschutzcreme und Pflegecreme?
Die Hautschutzcreme wird vor und während der Arbeit aufgetragen und schirmt die Haut gegen Belastungen ab. Die Pflegecreme wird nach der Arbeit auf die Haut aufgetragen und unterstützt die Regeneration durch Fette und Feuchthaltestoffe.

Kann ich eine normale Handcreme aus der Drogerie als Hautschutz verwenden?
Nein, kosmetische Handcremes sind Pflegeprodukte ohne geprüfte Schutzwirkung gegen Arbeitsstoffe. Im Betrieb müssen Produkte eingesetzt werden, die für die jeweilige Belastung ausgewählt wurden.

Wie oft muss eine Hautschutzcreme aufgetragen werden?
Vor Arbeitsbeginn, nach jeder Pause und nach jedem Händewaschen. Je nach Tätigkeit ergeben sich daraus drei bis fünf Anwendungen pro Schicht oder mehr.

Reicht eine Pflegecreme aus, wenn ich Handschuhe trage?
Nein, Handschuhe sorgen für ein feuchtes Klima auf der Haut und weichen sie auf. Nach dem Ausziehen braucht die Haut Reinigung, Trocknung und Pflege, damit sich die Hautschutzbarriere erholt.

Ist ein Hautschutzplan im Betrieb Pflicht?
Ja, sobald die Gefährdungsbeurteilung eine Hautgefährdung ergibt. Der Plan benennt die Tätigkeiten, die passenden Mittel und die Anwendung. Außerdem wird er regelmäßig geprüft und aktualisiert.

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